Stellen Sie sich einen Abend auf dem Sofa vor: Jemand hat seit Tagen Rückenschmerzen und sucht mit dem Handy eine Physiotherapie-Praxis in der Nähe. Drei Websites sind in drei Tabs geöffnet. Bei einer ist sofort klar, wo die Praxis liegt, was sie anbietet und wie man einen Termin bekommt. Bei den anderen beiden muss man suchen.
Welche Praxis wird wohl angerufen? Das Tückische daran: Von den Patienten, die nicht anrufen, erfahren Sie nie. Es meldet sich einfach niemand – obwohl Ihre Arbeit gut ist.
Die gute Nachricht: Für die Website einer Physiotherapie-Praxis braucht es keine große Show. Meist sind es sieben einfache Bausteine auf der Startseite, die Patientinnen und Patienten das Gefühl geben: Hier bin ich gut aufgehoben.
Kurz gesagt
Oft entscheiden wenige Sekunden, ob sich jemand bei Ihrer Praxis meldet. Auf der Startseite helfen sieben Dinge: klar sagen, wer Sie sind und wo Sie sind, Behandlungen verständlich erklären, Gesichter zeigen, den Weg zum Termin leicht machen, am Handy schnell sein, Anfahrt und Zugang erklären und echte Stimmen sprechen lassen.
In diesem Beitrag
- 1. Wer Sie sind und wo Sie sind – gleich oben
- 2. Behandlungen in der Sprache Ihrer Patienten erklären
- 3. Gesichter statt Stockfotos zeigen
- 4. Den Weg zum Termin leicht machen
- 5. Am Handy sofort nutzbar sein
- 6. Anfahrt, Parken und Zugang erklären
- 7. Echte Stimmen statt großer Versprechen
- Der Zehn-Sekunden-Test für Ihre Startseite
- Wichtig: Keine Heilversprechen
1. Wer Sie sind und wo Sie sind – gleich oben
Beim ersten Blick auf die Startseite sollte klar sein: Das ist eine Physiotherapie-Praxis, und zwar in meiner Nähe. Name der Praxis, Ort oder Stadtteil und ein bis zwei Schwerpunkte gehören deshalb in den sichtbaren Bereich ganz oben.
Ein Beispiel für einen Einstieg: „Physiotherapie in [Ihr Stadtteil] – bei Rückenschmerzen, nach Verletzungen und nach Operationen.“ Das ist keine Poesie, aber es beantwortet sofort die Frage „Bin ich hier richtig?“ und hilft nebenbei auch Google zu verstehen, wo Ihre Praxis zu Hause ist. Mehr dazu finden Sie unter Lokales SEO.
2. Behandlungen in der Sprache Ihrer Patienten erklären
Fachbegriffe sind für Sie Alltag, für viele Patienten nicht. Wer „Manuelle Therapie“ oder „Lymphdrainage“ nicht kennt, klickt im Zweifel weiter. Erklären Sie deshalb jede Leistung mit ein bis zwei Sätzen in normaler Sprache: Wobei kann das helfen? Wie läuft eine Behandlung ab?
Schreiben Sie so, wie Sie es einer Patientin am Telefon erklären würden. Für den Aufbau der einzelnen Leistungsseiten hilft ein klarer Rahmen, wie in Leistungsseiten erstellen: Aufbau für mehr passende Anfragen beschrieben.
3. Gesichter statt Stockfotos zeigen
Wer Schmerzen hat, möchte sich anvertrauen können. Echte Fotos von Ihnen und Ihrem Team, ein Satz zu Ihrer Haltung und Ihre Qualifikationen sagen mehr als jedes Stockfoto. Denn Menschen kommen zu Menschen.
Die Fotos müssen nicht perfekt sein. Wichtig ist, dass man spürt: Hier arbeiten echte Menschen, die sich Zeit nehmen. Und bitte immer mit dem Einverständnis aller, die abgebildet sind.
4. Den Weg zum Termin leicht machen
Das wichtigste Ziel Ihrer Startseite ist nicht, schön auszusehen, sondern dass jemand einen Termin anfragt. Telefonnummer und ein klarer Button wie „Termin anfragen“ sollten deshalb oben sichtbar sein und weiter unten noch einmal auftauchen. Am Handy sollte sich die Nummer mit einem Tipp anrufen lassen.
Schreiben Sie auch dazu, was Patienten mitbringen sollten, zum Beispiel die Verordnung, und wie schnell Sie sich zurückmelden. Das nimmt die Hemmung, überhaupt zu fragen. Ein kurzes Formular mit wenigen Feldern funktioniert meist besser als ein langes. Mehr dazu in Kontaktformular optimieren: Weniger Hürden, mehr passende Anfragen.
5. Am Handy sofort nutzbar sein
Gerade bei der Suche nach einer Praxis ist das Smartphone oft das erste Gerät, das zur Hand ist. Dann zählt: Die Seite lädt zügig, Schrift und Buttons sind groß genug, und nichts springt beim Laden herum. Wer mit Schmerzen sucht, wartet nicht gern.
Beim Relaunch für ReAktiv Physiotherapie Kiel lag der Wert in Google PageSpeed Insights nach der Optimierung bei 97. Das ist eine gemessene Momentaufnahme und kein Dauerversprechen, zeigt aber, was mit einer sauberen technischen Basis möglich ist.
6. Anfahrt, Parken und Zugang erklären
Bei Beschwerden am Bewegungsapparat ist der Weg zur Praxis keine Nebensache. Patienten fragen sich: Wo parke ich? Gibt es Stufen oder einen Aufzug? Komme ich mit Bus oder Bahn hin? Beantworten Sie das direkt bei der Adresse, am besten mit einem Link zur Karte. Auch die Öffnungszeiten gehören dazu. Sie sollten mit denen in Ihrem Google-Unternehmensprofil übereinstimmen.
Auch die Website selbst sollte sich gut bedienen lassen, etwa mit gut lesbarer Schrift und ausreichend Kontrast. Eine Checkliste dazu finden Sie in Barrierefreie Website prüfen: 10 konkrete Punkte für kleine Unternehmen.
7. Echte Stimmen statt großer Versprechen
Bewertungen schaffen Vertrauen, weil sie nicht von Ihnen selbst kommen. Wenn Sie Google-Bewertungen haben, verlinken Sie Ihr Profil oder zeigen Sie ein, zwei echte Rückmeldungen mit Erlaubnis der Person. Erfinden oder „verschönern“ Sie nichts: Echte Worte wirken ehrlicher als jeder perfekte Text.
Haben Sie noch wenige Bewertungen, ist das kein Drama. Fragen Sie zufriedene Patienten freundlich, ob sie ein paar Worte hinterlassen möchten, ohne Druck und ohne Gegenleistung.
Der Zehn-Sekunden-Test für Ihre Startseite
Öffnen Sie Ihre Startseite einmal auf dem Handy und geben Sie sich zehn Sekunden. Sehe ich, wer die Praxis ist und wo sie liegt? Verstehe ich, was angeboten wird? Finde ich die Telefonnummer und weiß ich, wie ich einen Termin bekomme? Wenn Sie bei einer Frage zögern, geht es Ihren Patienten genauso.
Möchten Sie Ihre Seite grundsätzlich neu denken, hilft die Relaunch-Checkliste für Physiotherapie-Praxen. Wie ich Websites für Praxen gestalte, sehen Sie auf der Seite Webdesign für Physiotherapie-Praxen.
Wichtig: Keine Heilversprechen
Für Websites im Gesundheitsbereich gelten besondere Werberegeln, zum Beispiel das Heilmittelwerbegesetz. Versprechen wie „Nie wieder Schmerzen“ sollten Sie deshalb vermeiden. Lassen Sie Texte im Zweifel vorab von einer Fachperson für Medizinrecht oder von Ihrem Berufsverband prüfen. Ich bin Webdesignerin und gebe keine Rechtsberatung.
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